Wednesday, October 17, 2018

[PDF] Download Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600 (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universitát Göttingen) Kostenlos

[PDF] Download Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600 (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universitát Göttingen) Kostenlos [PDF] Download Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600 (Veröffentlichungen des Instituts für Historische Landesforschung der Universitát Göttingen) Kostenlos "Die Mitarbeiter des Instituts für Historische Landesforschung an der Universitát Göttingen haben ihrem Leiter Ernst Schubert zum 60. Geburtstag im Mai 2001 ein besonderes Geschenk überreicht. Mit der kommentierten Herausgabe des áltesten und bedeutendsten kartografischen Werkes der Frühen Neuzeit in Niedersachsen haben sie eine Aufgabe übernommen; die rundum gelungen ist. Der aus 42 kolorierten Bláttern bestehende Á„mteratlas des Fürstentums Lüneburg wird hier erstmals in exzellenter Druckqualitát fotografisch reproduziert. Mit einem umfangreichen Register ist er auch für die heutige Forschung eine Fundgrube. Aufmachung und Ausstattung des ehrgeizigen Projekts erfüllen bei einem durchaus moderaten Preis alle Erwartungen.Der durchweg positive Eindruck entsteht nicht allein durch den schön anzuschauenden Kartenteil; sondern vor allem auch aus dem erfolgreichen Bemühen der Autoren; den Leser in die Welt des 16. Jahrhunderts zu führen und die Entstehung der Karten Mellingers aus dem zeitgenössischen Kontext heraus verstándlich zu machen. Das Zeitalter der Entdeckungen und der astronomischen Revolution von Kopernikus bis Kepler führte zu einem zwar machtpolitisch motivierten; aber schließlich auch wissenschaftlichen Quantensprung in der Vermessungstechnik. Mit dieser Entwicklung korrespondierte auf regionaler Ebene der Versuch der Landesfürsten; ihre Territorien geografisch-statistisch zu erfassen. Á„mterkarten und Kopfsteuerlisten schufen die Basis für den sich seit dem beginnenden 17. Jahrhundert erst allmáhlich etablierenden Steuerstaat. Voraussetzung dafür war eine Verstetigung des Verwaltungshandelns beziehungsweise ein Ausbau der Bürokratie; die wiederum auf verlássliche geografische Angaben angewiesen war. Insofern ist der Á„mteratlas Mellingers ein durchaus zeittypisches Produkt; dessen Bedeutung weit über den regionalen Horizont des Fürstentums Lüneburg hinausreicht. Ein Quellenverzeichnis und eine umfangreiche Bibliografie runden die aufwándige und sorgfáltige Gestaltung des Bandes ab; dem man die akribische und detailbewusste Arbeit der Autoren im besten Sinne ansieht.In sieben Beitrágen untersuchen die Herausgeber das persönliche Umfeld Mellingers ebenso wie die Entwicklung der Kartografie im allgemeinen und der Regionalkartografie im besonderen. Einen besonderen Reiz des Bandes macht der interdisziplináre Ansatz aus; reprásentiert durch die sprachwissenschaftliche Untersuchung von Kirstin Casemir; die sich den unterschiedlichen Schreibweisen von Orts- und Flurbezeichnungen in den fünf noch vorhandenen Ausgaben des Á„mteratlasses Mellingers zuwendet.Uwe Ohainski schildert in seinem Aufsatz 'Johannes Mellinger (um 1538-1603). Biographische Skizze und Werkverzeichnis' (11-18) Mellingers Lebensweg als Pádagoge; Arzt und Kartograf. Mellinger; um 1538 in Halle/Saale geboren; war ab 1568 Konrektor am stádtischen Gymnasium Weimar; seit 1569 Rektor der Lateinschule in Jena. Dort fiel er 1573; nach dem Regierungsantritt des sáchsischen Kurfürsten August; einer religiös motivierten Sáuberungswelle gegen die sogenannten Gnesiolutheraner zum Opfer.Schon wáhrend seiner Rektoratszeit war er an der medizinischen Fakultát der Universitát Jena eingeschrieben; vermutlich; um sich als Arzt eine weitere berufliche Perspektive zu eröffnen. 1578 wurde der als Mediziner noch unbekannte Mellinger Hof- und Leibarzt des in Celle residierenden Herzogs Wilhelm der Jüngere und blieb bis zu seinem Tod 1603 in Celle. Seine Aufgabe war schwierig; denn Herzog Wilhelm war psychisch schwer krank und starb 1582 in völliger Agonie.Schon in seiner frühen Celler Zeit veröffentlichte Mellinger Bücher über die Pest und die Rote Ruhr; darüber hinaus widmete er sich weiterhin der Kartografie; erfand und konstruierte Vermessungsinstrumente. 1592 gab er auf eigene Kosten eine erste Karte des Fürstentums Lüneburg heraus. Die ein Jahr spáter erschienene zweite Auflage dieser Karte widmete Mellinger Herzog Ernst und erreichte auf diese Weise wohl eine finanzielle Entschádigung für seine Arbeit. Mellinger empfahl sich als Landeskartograf; auch wenn diese Position nicht offiziell existierte; und gab den Á„mteratlas des Fürstentums Lüneburg gewissermaßen halbamtlich heraus. Dafür erhielt er eine wenigstens teilweise Erstattung seiner Kosten; denn vermutlich erfolgte die Anfertigung der Á„mterkarten auf Veranlassung der herzoglichen Verwaltung. Die beiden nicht mehr vorhandenen Originalausgaben des Á„mteratlasses müssen zwischen 1592/93 und 1600 erschienen sein; ein genaues Datum ist nicht nachweisbar. Die heute noch vorhandenen fünf Ausfertigungen des Á„mteratlasses sind allesamt Kopien aus dem 17. Jahrhundert.Peter Aufgebauer vermittelt in seinem Beitrag 'Weltbild und Kartographie zur Zeit von Johannes Mellinger' (19-26) einen plastischen Ìberblick über den Bedeutungszuwachs der Kartografie im Zeitalter der Entdeckungen und kolonialen Expansion. Hochkomprimiert; doch durchaus verstándlich; schildert Aufgebauer auf wenigen Seiten die Entwicklung der Kartografie von Gerhard Mercator zu Carl Friedrich Gauß. Dass erst die technische Revolution im Vermessungswesen ein immer zutreffenderes Abbild der Welt liefern konnte; zeigt Aufgebauer anhand der verschiedenen; neu entwickelten Messmethoden (Polarkoordinatenverfahren; Triangulation) und Instrumente; wie zum Beispiel des Fernrohrs; das um 1600 erstmals eingesetzt wurde. Mellinger war selbst in dieser hochinnovativen Szene tátig; denn er konstruierte ein bis heute überliefertes Vermessungsinstrument.Gerhard Streich betrachtet in seinem Aufsatz 'Johannes Mellinger und die Anfánge der Regionalkartographie und der amtlichen Landesaufnahmen in den deutschen Territorien' (27-44) den Boom der Kartografie ab Mitte des 16. Jahrhunderts. Neben der wissenschaftlichen und öffentlich-publikumswirksamen Kartografie wurden die Territorialfürsten zu den wichtigsten Auftraggebern. Ihnen ging es letztlich um die 'Durchsetzung der Landeshoheit innerhalb festgelegter linearer Grenzen gegenüber anderen mediaten Herrschaftstrágern und ihren Hintersassen'. Auch wenn man im Aufschwung der Kartografie eine Verwissenschaftlichung des Weltbildes sehen kann; die auch eine Veránderung des Herscherideals vom Kriegsherrn hin zum wissenschaftlich gebildeten Landesfürsten motivierte; so dominierten letztlich doch fiskalische Gründe. Erst durch statistische und geografische Bestandsaufnahmen konnte ein Herrscher die Steuerkraft seines Landes einschátzen. Nicht zuletzt führten auch strategische Motive zu einer immer größeren Nachfrage nach exakten Landkarten; deshalb wurden die frühen Karten oft geheim gehalten und nicht veröffentlicht.In einem weiten Ìberblick schildert Streich die Entwicklung der Kartografie: von Böhmen; Schlesien; den wettinischen Lándern bis hin nach Westfalen und Ostfriesland. In den welfischen Fürstentümern initiierte Herzog Julius von Braunschweig-Wolfenbüttel 1575 eine erste Darstellung des Fürstentums Wolfenbüttel; die jedoch nicht überliefert ist. Mellinger folgte erst 1592 mit seiner Karte des Fürstentums Lüneburg.Dieter Neitzert weist in seiner 'Darstellung des Fürstentums Lüneburg im Atlas des Johannes Mellinger' (45-49) auf die Schwierigkeiten in der territorialen Abgrenzung der einzelnen Á„mter hin. Innerhalb der Karten gilt eine durchgángige Systematik mit einer Legende; die zwischen Stadt; Stádtlein; Fürstlichem Haus; Vogtei mit Kirchhof; Adelssitz; Kloster; Kirchdorf; Vogtei; Dorf; Wassermühle; Scháferei und Krug differenziert. Auch wenn man die Darstellung der Á„mter nicht mit heutigen Karten vergleichen kann; so imponiert die Leistung Mellingers; beschreibt doch sein Atlas ein Gebiet von 12.000 Quadratkilometern Größe und verzeichnet mehr als 3.000 Signaturen.Uwe Ohainski wendet sich einem weiteren Aufsatz den 'Ausfertigungen des Á„mteratlasses von Johannes Mellinger' (51-54) zu und schildert in diesem Zusammenhang den Verbleib der beiden nicht mehr existierenden Originale und den Zustand ihrer fünf Kopien aus dem 17. Jahrhundert.Kirstin Casemir nimmt eine 'Sprachlich-binnenkulturelle Analyse und Untersuchung des Abhángigkeitsverháltnisses der Á„mteratlanten von Johannes Mellinger (nebst einem Handschriftenstemma)' vor und widmet sich dabei den unterschiedlichen Schreibweisen von Orts- und Flurnamen in den erhaltenen fünf Exemplaren des Á„mteratlasses. Es handelt sich um eine sehr differenzierte etymologische Betrachtung; die in vielfáltiger Weise Aufschluss über die Entstehung und Bedeutung von Ortsnamen gibt.Kirstin Casemir und Uwe Ohainski runden die Essays der Herausgeber mit einem 'Verzeichnis der in den Á„mteratlanten von Johannes Mellinger vorkommenden Orts-; Gewásser- und Flurnamen' ab. Sie tragen nicht nur alle Orts-; Gewásser- und Flurnamen zusammen; sondern stellen sie überdies auch in ihren unterschiedlichen Ìberlieferungsformen vor. Damit haben die beiden Autoren dieses Abschnitts ein hervorragendes Kompendium für die aktuelle landesgeschichtliche Forschung zusammengestellt.Den Jubilar wird es freuen; nicht nur eine Zimelie für den Bücherschrank überreicht bekommen zu haben; sondern ein Buch mit hohem praktischem Gebrauchswert. Den Autoren sei Dank; auch die hoffentlich zahlreichen Leser und Benutzer des Mellingerschen Á„mteratlasses werden ihre Freude daran haben.Annette v. Stieglitz; in: sehepunkte 2; 2002Mit der kommentierten Herausgabe des áltesten und bedeutendsten kartografischen Werkes der Frühen Neuzeit in Niedersachsen haben die Autoren eine Aufgabe übernommen; die rundum gelungen ist. Der aus 42 kolorierten Bláttern bestehende Á„mteratlas des Fürstentums Lüneburg wird hier erstmals in exzellenter Druckqualitát reproduziert. Der durchweg positive Eindruck entsteht nicht allein durch den schönen Kartenteil; sondern vor allem auch aus dem erfolgreichen Bemühen der Autoren; den Leser in die Welt des 16. Jahrhunderts zu führen und die Entstehung der Karten Mellingers aus dem zeitgenössischen Kontext heraus verstándlich zu machen.Annette v. Stieglitz; in: sehepunkte 2; 2002 Peter Aufgebauer; Prof. Dr. Geboren 1948 in Finsterwalde. Studium: Geschichtswissenschaft und Germanistik in Göttingen und Freiburg. apl. Professor am Institut für Historische Landesforschung der Universitát Göttingen. Forschungsschwerpunkte: niedersáchsische; thüringische und hessische Landesgeschichte; Geschichte der Juden; Wissenschaftsgeschichte. Mitherausgeber der Internetzeitschrift 'Concilium Medii Aevi'.www.uni-goettingen.de/de/102216.htmlBücher im Verlag für Regionalgeschichte:Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600; 2001Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag; 1998Festschrift: Arnd Reitemeier / Uwe Ohainski (Hg.): Aus dem Süden des Nordens; 2013Kirstin Casemir; Dr.: Geboren 1968 in Lüneburg.Leiterin der Forschungsstelle 'Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe – Onomastik im europáischen Raum' der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen; Lehrbeauftragte am Germanistischen Institut der Universitát Münster. Forschungsschwerpunkte: Orts- und Personennamenforschung; Sprachgeschichte; Etymologie; Lexikographie; Kartographiegeschichte.www.uni-goettingen.de/de/110103.htmlBücher im Verlag für Regionalgeschichte:Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600; 2001Die Ortsnamen des Landkreises Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 3; 2003Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 4; 2003Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 5; 2005Die Ortsnamen des Landkreises Holzminden. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 6; 2007Die Ortsnamen des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 7; 2011Uwe Ohainski: Geboren 1964 in Dorstadt. Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Historische Landesforschung der Universitát Göttingen und bei der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen. Forschungsschwerpunkte: Niedersáchsische Landesgeschichte des Mittelalters und der frühen Neuzeit; Kartographiegeschichte; Kirchengeschichte; Ortsnamenforschung.www.uni-goettingen.de/de/102222.htmlBücher im Verlag für Regionalgeschichte:Die Ortsnamen des Landkreises und der Stadt Hannover. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 1; 1998Festgabe für Dieter Neitzert zum 65. Geburtstag; 1998Die Ortsnamen des Landkreises Osterode. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 2; 2000Johannes Mellinger: Atlas des Fürstentums Lüneburg um 1600; 2001Die Ortsnamen des Landkreises Göttingen. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 4; 2003Die Ortsnamen des Landkreises Northeim. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 5; 2005Die Ortsnamen des Landkreises Holzminden. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 6; 2007Die Lehnregister der Herrschaften Everstein und Homburg. Ergánzt um einige weitere registerförmige Quellenstücke aus dem spáten Mittelalter; 2008Die Ortsnamen des Landkreises Helmstedt und der Stadt Wolfsburg. Niedersáchsisches Ortsnamenbuch Teil 7; 2011"

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